Quelle: http://archiv.sievershausen.de/
Visitationsbesuch des Superintendenten Drucken
Geschrieben von: Herbert Baller   
Mittwoch, den 15. Oktober 2014 um 22:00 Uhr
Sievershausen ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ). Im Wechsel von sechs Jahren besucht der Superintendent jeweils eine Kirchengemeinde. In diesem Jahr war die St.-Martins-Kirche in Sievershausen an der Reihe. Dabei hat sich Superintendent Dr. Ralf Charbonnier ein anspruchsvolles Programm vorgenommen.
 
Eingangs erläuterte der Superintendent seine Funktion. Bereits kurze Zeit nach der Reformation, um 1520 wurde sie eingeführt. Er ist der Vorgesetzte der Pastoren.  Früher ging es hauptsächlich um die Kontrolle der Finanzen, die sich  aus Vererbungen ergaben. Das sei heute nicht mehr der Fall. Dafür gäbe es andere Bereiche. Seine Aufgabe sehe er hauptsächlich in einer gemeinsamen Beratung. Wie sind die Mitarbeiter zufrieden oder welche speziellen Wünsche bleiben ungehört und andere örtliche Probleme. Wechselseitige Wünsche und Beziehungen sollen angesprochen werden.
Acht Vereinsvorsitzende sowie ein Parteienvertreter von der SPD stellten sich und ihre Aufgaben vor.
Durch die zahlreichen Aktivitäten innerhalb eines Jahres kannten sich alle. Sie betonten durchgehend, Berührungspunkte mit der Kirche zu haben. Ob es beim Weihnachtsmarkt, dem Adventskalender oder anderen Aktivitäten innerhalb des Jahres ist.
So habe sich der Arbeitskreis Ortsgeschichte seit über 25 Jahren mit der örtlichen Historie befasst. Das war für den Superintendenten ein Punkt, im Hinblick auf das Jahr 2017, 500 Jahre nach der Reformation, die Entwicklung der Kirche in dieser Zeit  durchleuchten zu lassen.
Auch sei man an der Aufarbeitung der Unterlagen des früheren Superintendenten Felix Rahn im dritten Reich sehr interessiert. Bedauerlich war nur, dass zuerst der Grabstein „ausgelagert“ wurde, und nun die positive Diskussion beginnt.
Ein weiterer Punkt war dem Superintendenten noch wichtig. Überall werde von neuen Ideen für Wachstum gesprochen. Wie aber gehen wir mit Begrenzungen um? In der Zukunft können wir nicht mehr alles tun. Das könne für die Zukunft nicht gut sein! Wie begeistern wir die nächste Generation in Geschichte, Politik und Sport? War ein weiterer Gedankenanstoß, der allgemein nur ungern diskutiert würde. In der Zukunft müsse es eine Balance geben zwischen dem, was machbar ist und was vernachlässigt werden kann oder muss.  Eine „Entschleunigung“ sei angezeigt.

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Dr. Ralf Charbonnier in der Diskussion